Direkt zum Inhalt

Stadtverdichtung mit Open-Source-Architektur Aus dem SEKOPUNK-Möbelgerüst mit modularem Rahmen entstehen ganze Wohnstrukturen.

Dreiteilige Illustrationscollage im Comic-/Sketchstil in Schwarz-Weiß und Gelb: Links ein grafisches Titelblatt mit dem Schriftzug „Sekopunk – Open-Source-Architektur für den Städtebau" und einer perspektivischen Gebäudeillustration in Gelb und Schwarz. Mitte eine isometrische Stadtansicht mit Wohnblöcken, fliegenden Bauplänen und einem Smartphone im Vordergrund, auf dem eine App zu sehen ist – mit dem Hinweis „Alles ris auf Workplätze könnten wieder hausgebaut werden". Rechts eine Nahaufnahme einer Hand, die ein Smartphone hält, mit einer App-Oberfläche und der Textnachricht „Alle nötigen Informationen könnten per Handy abrufbar werden“

Akute Wohnungsnot betrifft sehr viele Menschen in Deutschland. Warum also nicht Baulücken zwischen Häusern nutzen, fragte sich Architekturabsolvent Bat-Erdene Tsoodol. Eine Jugendreise nach Hongkong mit den bis zu 13 Stockwerke reichenden Eigenbauten, aber auch die Auseinandersetzung mit unserer Wegwerfkultur haben ihn nachhaltig geprägt. Eine große Herausforderung für Neu- und Anbauten sind die teuren Fachleute. Was braucht es also, damit handwerklich Interessierte sich stärker daran beteiligen können, ihr Haus zu bauen?

Hands-on-Lösungsidee für fehlenden Wohnraum

Das von Bat-Erdene Tsoodol entwickelte SEKOPUNK-System sieht speziell gefertigte Möbelstücke als architektonische Bausteine vor. Diese zu transportieren und montieren soll für alle Menschen möglich sein, auch ohne Ausbildung im Baubereich. Die Bauelemente sind flach verpackt, um auf leistungsstarke Maschinen und große Baufahrzeuge zu verzichten. Im Open-Source-Bereich sind 2D-Schnittmuster vorgesehen und eine Smartphone-App gibt Hilfestellung beim Eigenbau. Das so entstehende superskelettartige Grundgerüst wird  je nach Bedürfnissen der bald hier lebenden Personen mit unterschiedlichen Modulen ergänzt. So entstünde an verstreuten, ungenutzten Baulücken in den Städten Wohnraum, der weniger von der kosten- und zeitintensiven Expertise der Fachkräfte abhängt und mehr Eigeninitiative ermöglicht.

Kollektives Bauen als gemeinsamer Prozess

Interessant ist SEKOPUNK nicht nur im Hinblick auf die barrierefreien Möglichkeiten beim Eigenbau. Bei der Materialwahl etwa wurde die Weiterverwendung und Recyclingfähigkeit bedacht. Auch lokal betriebene Mikrofabriken sind Teil des Konzepts, um Transportwege zu verkürzen. Das Projekt von Bat-Erdene Tsoodol  ist eine Einladung an handwerklich Begeisterte, Gemeinschaften und zukünftige Mitentwickelnde, ein solches System im Sinne des Open-Source-Gedankens weiterzudenken, zu testen und verbessern. Das Projekt wurde als Abschlussarbeit an der Berliner Hochschule für Technik mit „sehr gut“ benotet, dabei dankt der Stipendiat der IKEA Stiftung für ihre Unterstützung.

Antragsteller Bat-Erdene Tsoodol, Berliner Hochschule für Technik (BHT)
Projekttitel SEKOPUNK: Open-Source-Architektur für den Selbstbau
Datum Juli 2026