Grüne Oasen auf Wanderschaft 15 rollende Hochbeete brachten Gemüseanbau, Biodiversität und frisches Grün in dicht besiedelte Hamburger Stadtteile.
In dicht bebauten, naturfernen Quartieren großer Städte fehlen oft Räume für echte Naturerfahrungen und spontane Begegnungen im Freien. Seit August 2025 zog ein besonderes Projekt durch dicht bebaute Hamburger Stadtteile: der Hamburger Wandergarten. Insgesamt 15 rollende Hochbeete und integrierte Sitzgelegenheiten wanderten dabei von Stadtteil zu Stadtteil und verblieben jeweils bis zu acht Wochen vor Ort. So förderten sie das Miteinander der Anwohner*innen, die eigenständig oder durch verschiedene Angebote wie Workshops gemeinsam gärtnern und sich fortbilden konnten. Die IKEA Stiftung unterstützte die Erweiterung der „Wanderungen“ in zusätzliche Stadtviertel mit einer Fördersumme von 30.000 Euro.
Gemeinsam gärtnern und die Natur entdecken
Ob auf der Veddel, in Wilhelmsburg oder in Rothenburgsort: Sobald die bunt bepflanzten Beete mit Wildkräutern, insektenfreundlichen Blumen und Gemüsepflanzen Einzug in das jeweilige Hamburger Wohnviertel hielten, verwandelte sich der öffentliche Raum in einen belebten Treffpunkt. Ein umfangreiches kostenfreies Bildungsangebot für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Kitas und Schulen lud zum Mitmachen ein. Die rege Beteiligung zeigt, wie gut die Aktionen bisher ankommen: In 49 Workshops mit rund 600 Teilnehmenden sowie bei 33 Nachbarschafts-Aktionen wurde seit Projektstart gemeinsam in der Erde gegraben, wurden Kräuter geerntet und Textilien mit Pflanzen bedruckt. Ein digitales Insekten-Bingo, das per QR-Code an den Hochbeeten abrufbar war, bot Kindern und Familien auch außerhalb der Kurse die Möglichkeit zur spielerischen Naturbeobachtung.
Begegnungen im Viertel und bleibende grüne Spuren
Der von Initiativen wie den Wanderbaum-Alleen in München und Stuttgart inspirierte Hamburger Wandergarten wurde von der Stiftung WAS TUN! und der Loki Schmidt Stiftung initiiert und ist ein generationenübergreifender Lernort und soziale Oase zugleich. In Rothenburgsort halfen Kinder regelmäßig beim Gießen und Entdecken von Marienkäfern, während ältere Anwohner*innen den Wassertransport organisierten. Auf der Veddel bildete sich rasch eine feste Nachbarschaftsgruppe, und Schulklassen nutzten die Beete als grünes Klassenzimmer. Auch wenn die Hochbeete nach einigen Wochen ins nächste Viertel weiterzogen, hinterließen sie nachhaltige Spuren: So entstanden durch das Engagement der Anwohner*innen und ansässiger Unternehmen oder Institutionen dauerhaft genutzte Nachbarschaftsbeete wie der Veddeler InselGarten und bleibendes Grün auf dem Rothenburgsorter Marktplatz.
| Antragsteller | Stiftung WAS TUN! und Loki Schmidt Stiftung, Hamburg |
|---|---|
| Projekttitel | Der Hamburger Wandergarten |
| Datum | Oktober 2026 |