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Vom Einfamilienhaus zu neuem Wohnraum Stipendiat Aaron Burkhardt entwickelt Konzepte, um bestehende Einfamilienhäuser in neuen Wohnraum zu verwandeln.

Dreiteilige Bildcollage zur Architektur: Links ein Querschnitts‑Modell eines Hauses mit sichtbaren Innenräumen (Treppen, Möbel, helle Wände) vor schwarzem Hintergrund; Mitte eine Vogelperspektive eines städtischen Modells aus Holz mit weißen Miniaturgebäuden auf dunklem Untergrund; rechts eine Nahaufnahme eines kleinen, kubischen Modellgebäudes im Gelände mit feiner Modellvegetation auf hellem Sockel. Ruhige Präsentationsästhetik, klare Kontraste.

Über eine halbe Million Wohnungen fehlt in Deutschland. Dabei mangelt es an neu ausgewiesenen Bauflächen. Bewohnte Einfamilienhäuser bieten eine große Wohnfläche, die in vielen Fällen nicht (mehr) zur Haushaltsgröße passt. 

Stipendiat Aaron Burkhardt stellt in seiner Masterarbeit konkrete Lösungsansätze für die Wohnungsnot vor, bei denen er auf die Umgestaltung und Umnutzung von Bestandsbauten setzt. Für seine mit „sehr gut“ ausgezeichnete Abschlussarbeit „Regensburg, Königswiesen Süd – Wohnsuffizienz als Beitrag zur Wohnwende“ wurde der Absolvent mit einem Stipendium von der IKEA Stiftung unterstützt. Sein Konzept wurde außerdem mit dem „Special Mention Award Sustainability“ der Fakultät Architektur der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg ausgezeichnet.

Gezielte „Nachverdichtung“

Aaron Burkhardt möchte sich dafür engagieren, dass der Gedanke der Nachhaltigkeit in der Baubranche ein größeres Gewicht erhält. Und so hat er sich im Regensburger Bezirk Königswiesen Süd angesehen, wie die Menschen wohnen und leben. Während junge Familien Wohnraum suchen, stehen viele Einfamilienhäuser leer oder sind nur von ein bis zwei Personen bewohnt, beispielsweise weil die Kinder schon ausgezogen sind. Auf die Bedürfnisse älterer Menschen sind sie oft nicht zugeschnitten.

Durch gezielte bauliche und konzeptionelle Maßnahmen lassen sich Stadtviertel nachverdichten. So kann Stadtraum „suffizient“, also energie- und materialsparend genutzt werden – ohne neue Flächen zu versiegeln. Auch moderne Wohnmodelle lassen sich dabei integrieren, um die Gemeinschaft zu stärken und die Infrastruktur zu verbessern, beispielsweise durch generationsübergreifende Wohnformen, Begegnungsräume, Ergänzungsbauten mit Tagespflege oder barrierefreie betreute Wohnangebote.

Orte der kollektiven Erinnerung

Einfamilienhäuser haben einen hohen emotionalen Stellenwert, daher sieht Burkhardt eine sensible Herangehensweise vor. Um die darin lebenden Menschen in den Modernisierungsprozess miteinzubeziehen, sind Bürgerbüros und Beratungsförderung angedacht. Gemeinsam wird Lebensraum nicht als Neuschöpfung, sondern als Weitererzählung bestehender Räume entwickelt. 

Antragsteller Aaron Burkhardt, Fakultät für Architektur der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg
Projekttitel „Regensburg, Königwiesen Süd – Wohnsuffizienz als Beitrag zur Wohnwende“
Datum Mai 2026